Samstag, 7. Mai 2016

Und so weiter 5: Grillfest

Grillfest ist mein letztes “und so weiter” und es war das letzte Ereignis dieses Jahr in German Department. Es war auch das gute Ende des Semesters und die nette Pause in der Prüfungsvorbereitung. Ich konnte nur für eine Stunde kommen, weil am 4 es einen Vortrag von weltberühmten Musikwissenschaftler Richard Taruskin gab, und ich wollte gern dahin gehen. Aber meine Stunde am Grillfest war sehr toll und ich bin darauf gefreut, dass ich gekommen bin. Das Essen war ausgezeichnet und ich mag das, dass die Nahost Speisen, wie das Gebäck und die Salate, auch in der deutschen Küche sind. Ich habe mich mit vielen Leuten, die ich für lange Zeit nicht gesehen habe, getroffen, und ich habe einige neue Leute kennengelernt. Wir haben mit einem Student aus Deutschland über Böhmermann und die Pressefreiheit in Deutschland geredet. Leider habe ich keinen Volleyball gespielt, weil es geregnet hat, aber ich hoffe, dass das nächste Mal ich alle Aktivitäten machen werde und dass das Wetter besser wird.

Dienstag, 3. Mai 2016

Fühl dich Bern! Todesanzeige: Karl von Gastmann



Wer vieles wagt, ist bei den Menschen im Recht.
 Wer auf das meiste spucken kann, der ist ihr Gesetzgeber, und wer am meisten wagt, 
genießt die meisten Rechte! 
Fjodor Dostojewski “Schuld und Sühne” 




TODESANZEIGE


Traurig, doch mit einiger Erleichterung und Ruhe, nehme ich den Abschied von einen außergewönlichen Mensch, berühmten Akademiker, wagemutigen Philosoph und kaltblütigen Mörder Karl von Gastmann, der in seinem Haus, im Widerstand gegen die Festnahme, von der Polizei erschossen wurde. 

Zuerst soll ich erklären, warum ich meine Zeit mit einem solchen Verbrecher und Mörder verbracht habe. Gastmann und ich waren dermaßen Freunde, dass ein gewöhnlicher Mann mit einem Riese Freunde sein kann. Ich wurde von ihm gelehrt und inspiriert. Ich war immer mit seinem Verstand fasziniert und mit seinen Gedanken entsetzt, aber diese Angst hat meine Neugier immer angeregt. Ich wollte und zögerte zu wissen, welchen Frevel er sagen wird und welche neue Grenze wird er übertreten. Aber ich habe ihn nie gerichtet. Das ist auch mein Ratschlag den Lesern. Man soll über die Toten nicht schlecht sprechen, und weil ich möchte, dass meinen Artikel wahr und ehrlich ist, bitte ich Ihnen, meine lieben Leser, über Gastmann wie über eine Romanfigur zu denken. Ich glaube, dass sein Intellekt und Komplexität verdienen, bemerkt und beschrieben zu werden, und dass das Anderes für einen Moment vergessen sollen wird. Jetzt kann ich beginnen. 

Karl von Gastmann wurde in Sachsen geboren und, aus einem mir unbekannten Grund, ist nach Argentinien in der Jugend ausgewandert. Er wurde Gesandter von Argentinien nach China und danach wurde er plötzlich Franzose. Die Französische Akademie hat ihn aufgenommen und später hat er das Kreuz der Ehrenlegion bekommen. Es klingt ungläubig, aber er war ein zurückhaltender Mann und hat nie über seine persönlichen Erfolge gesprochen. Vielleicht dachte er, dass sie nicht besonders wichtig sind und nicht schwierig zu erreichen. Deshalb ist diese Biografie sehr oberflächig. Sie ist nicht wichtig, um Gastmann zu verstehen, so erzähle ich sie, nur um den Regeln des Genres zu befolgen. Aber ich schreibe weiter. 

Gastmann hat sich für Biologie interessiert und seine Forschungsartikel wurde sehr bekannt. Ich weiß auch nicht, was er in dem Krieg gemacht hat, und ehrlich will ich es nicht wissen. Schließlich, nachdem er überall gereist ist, ist er nach Lamlingen gekommen, um Weltpolitik anzuordnen. Er hat viele Industriellen, Diplomaten und Künstler eingeladen, aber wir (ich meine die Künstler) waren nur eine schöne Dekoration. Die Diplomaten und Industriellen machte ihre Handlungen, aber diese Leute haben ihn immer langweilt. Er war vielleicht die einzige Person, die sich an unserer Anwesenheit gefreut hat. Wir haben viel geredet, und das ist die Zeit, wann ich ihn näher kennengelernt habe.

Wir haben viel über die Kochkunst geredet. Gastmann war ein Kenner der internationalen Küchen aus Südeuropa, Asien, Osteuropa, Südamerika, und so weiter. Er war ein Feinschmecker und Meisterkoch. Er war auch ein Philosoph (ich habe bemerkt, dass das oft zusammen geht). Das ist, was mich an ihm am meisten fasziniert hat. Er war ein Nihilist und ich kann nicht umhin, ihn mit Raskolnikov aus dem Roman “Schuld und Sühne” zu vergleichen. Er hatte seine eigene Theorie, die behauptet, dass man alle Menschen wie geometrischen Figuren analysieren kann. Man kann ebenso gut wie böse sein, und es gibt keine menschliche Natur, um das zu verhindern. Wenn man an Mensch nicht glaubt, glaubt man an nichts. Und dieser Unglaube so stark sein kann, dass man gleichgültig wird. Gastmann lebte und seine Laune führte sein Leben. Er mochte mit sich selbst und mit anderen spielen. Man konnte alles von ihm erwarten, und das ist, was mich zitternd gemacht hat. Es war ihm egal, ob er das Gute oder das Böse tut, weil er schätzte kein über anderes. Deswegen hat er sich freigemacht. Ich habe nie den freieren Mensch gesehen und vielleicht werde nie sehen. Jetzt bist du wirklich frei. 

In stiller Trauer, 
dein Freund Friedrich D.

Sonntag, 1. Mai 2016

Und so weiter 4: Der Film

Ich habe den Film von Rainer Fassbinder gesehen, der heißt “Die bitteren Tränen der Petra von Kant”. Es ist mein erster Film von Fassbinder, und ich weiß nicht, warum ich diesen Film gewählt habe anzusehen, aber der Film hat mir beeindruckt und ich denke jetzt, dass alle Leute den Film sehen sollen, weil er ein tiefes und echtes Verständnis für die Natur der Liebe hat.
Der Film erzählt die Geschichte der Moderschöpferin Petra von Kant, die reich und erfolgreich ist. Sie ist getrennt und mit ihr wohnt eine Sekretärin, die Petra wie den letzten Dreck behandelt. Einmal kommt Petras Freundin mit ihrer Bekannte Karin. Petra bietet Karin an, ein Model zu sein, und danach verliebt sich in ihr. Sie wohnen zusammen und Petra macht alles für Karin, aber wenn der Mann von Karin nach Deutschland kommt, verlässt sie Petra und Petra ist allein und verzweifelt. An ihrem Geburtstag ist Petra betrunken und hysterisch, weil sie auf das Gespräch von Karin wartet. Nach dem Höhepunkt seiner Hysterie versteht Petra, dass sie Karin nicht geliebt hat, sondern im Besitz von ihr sein wollte. Sie sagt: „Man muss lernen zu lieben, ohne zu fordern“.


Der Film sieht wie ein Theaterstück aus, weil die Dialoge sehr theatralisch sind und die Innenausstattung des Hauses künstlisch und absichtlich ist. Das zeigt, wie künstlisch das Leben von Petra ist und wie unwirklich ihre Leiden sind. Sie lebt in einem schönen Welt, sie schafft die Schönheit, aber es ist alles nicht echt. Sie spricht unaufhörlich über ihre Leiden, aber sie sieht nicht, wie ihre Sekretärin leidet an ihrer herzlosen Behandlung. Deshalb ist der Titel des Films ein bisschen ironisch. Die Sekretärin ist immer wortkarg, während Petra sich über alles beklagt. Trotzdem denke ich nicht, dass Petra kein Gefühl hat, aber sie benimmt sich wie ein Kind, weil denkt sie, dass sein Gefühl stärker und echter ist, als andere Leute haben. Vielleicht waren ihre Gefühle für Karin sehr stark, aber durch die hat sie ihre Ehre und Respekt verloren, sie wurde ein Mensch nicht mehr. Wenn man kein Respekt für sich selbst hat, kann man nicht jemandem lieben. Das ist was Petra am Ende verstanden hat. Sie hat seine Sehnsucht nach der Macht zugeben. Darum hat Petra bei ihrer Sekretärin sich entschuldigt und eine Freundschaft angeboten, und ohne einiges Wort ist die Sekretärin weggegangen.