Dienstag, 15. März 2016

Wohin ist das Bier verschwunden?


Bier ist immer ein wichtiger Teil der deutschen Kultur gewesen. Es spielte eine große Rolle im Werden des Nationalsozialismus auch, weil die Leute sich in den Ausschänken trafen und die Ideen bei den Biergläsern austauschten. Man erinnert sich an den Hitlerputsch, der in dem Bürgerbräukeller geplant wurde und wo er anfing. Jetzt können wir erwarten, dass die Bierhäuser und Bierausschänken im Dritten Reich geehrt wurden. Es war nicht genau so, und hier will ich über die Geschichte des Bieres im Zweiten Weltkrieg erzählen.

Bürgerbräukeller in Münich, wo im Jahre 1923 der Bierputsch begann

Hitler mit den Alten Kämpfern in Hofbräuhaus in Münich, 1929
Obwohl Hitler im Gefängnis einen Liter Bier pro Tag getrunken hat, wurde er später ein Abstinenzler und setzte sich gegen den Alkoholkonsum und für die Gesundheit ein. Im Dritten Reich wurde Alkoholismus als eine Erbkrankheit betrachtet, und Hitler wusste, dass sein Vater ein Alkoholiker war. Aber er sagte immer, dass er den Geschmack des Bieres mag, darum wurde für ihn ein bestimmtes 1%-Bier gebraut. Entweder verstand Hitler, dass das Alkoholverbot sehr unpopulär wurde, oder er hatte nichts gegen den mäßigen Alkoholkonsum, aber die Leute tranken das Bier weiter. Es ist interessant, dass Hitler das Oktoberfest nie besucht hat, und seit dem Anfang des Krieges bis zum Ende gab es kein Oktoberfest.

Die Nazionalsozialisten auf die Motorradrennen in Sycow, Polen

Die Bierproduktion und die Stammwürze des Bieres in Deutschland
Der Deutsche Staat hatte nie das Biermonopol: jede große und kleine Stadt hatte einige Brauereien. Jede Brauerei hatte ihre einzigartige Geschichte, auf der sie stolz ist. Es ist sehr schwierig, die Statistiken des Bierkonsums zu finden, weil die Produktion und die Nachfrage nur lokal waren. Obwohl ich erfahren habe, dass die Gesamtsumme der Produktion am Ende des Krieges wesentlich reduziert wurde. Vielleicht ist es passiert, weil im Krieg viele Brauereien durch die Bombardierungen zerstört wurden. Zum Beispiel hatte Köln im Jahre 1860 mehr als 120 Brauereien und Düsseldorf hatte circa 100. Nur die 21 in Köln und die 18 in Düsseldorf überstanden den Krieg. Ich will hier über einen Kölner Brauer erzählen, der in dem Krieg viel gelitten hat, weil sie ein typisches Schicksal der deutschen Brauerei hatte.


Hofbräuhaus im Jahre 1945 nach der alliierten Bombardierung
Die ganze Stadt wurde dreimal zerstört und alle Brauereien wurden mit ihr ausgebrannt. Außer den alliierten Bombardierungen, störte auch die Industrie die SA-Machthabers. Sie ausführte eine Mangelwirtschaft, deshalb sollten die Brauereien die Hopfen und Gerstezuteilungen reduzieren. Es wirkte sich auf den Geschmack und die Qualität des Bieres aus. Man kann auf dem Diagramm sehen, dass es die Stammwürze des Bieres dazu verringerte. Um die Ähnlichkeit mit normalem Bier zu erhalten, wurde Zuckercouleur ins Bier hinzugefügt, trotzdem es gegen das “Reinheitsgebot”, das eine gesetzliche Regelung für die Bierbrauerei seit dem 16. Jahrhundert war, ging. Es fehlte auch an den qualifizierten Fachleuten, weil alle Männer im Krieg waren. Nach dem Krieg war die britische Besatzungsarmee die Erste, die eine Brauerei wieder starten konnte. Die Briten benutzten eine intakt gebliebene kölnische Brauerei, aber das Bier wurde nur für die Besatzungssoldaten produziert.

In der ganzen deutschen Bierindustrie gab es immer noch einen Mangel an Rohstoffen, weil die Gerste zuerst für das Brot benutzt wurde. Der Staat erlaubte, nur die “Hopfenbrause” - das “Ersatzbier” - das weniger als 2% Alkoholgehalt hatte, zu brauen. Nach dem Ende des Krieges gab es auch eine Versorgungskrise und man konnte normales Bier nur auf den Schwarzmärkten finden. Die Bierfässer wurden die Schmuggelware: zum Beispiel, transportierte man sie in Krankenwagen durch die Stadt.

Münich Oktoberfest im Jahre 1950
Quellen (Bilder):

Quellen (Text):
http://koelner-brauerei-verband.de/historie/historie/koelsch-nach-dem-zweiten-weltkrieg.html
http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article150132338/Mit-doppelter-Bier-Ration-schrieb-Hitler-Mein-Kampf.html
http://www.europeanbeerguide.net/warbeer.htm
http://warontherocks.com/2015/06/a-farewell-to-sobriety-part-two-drinking-during-world-war-ii/

4 Kommentare:

  1. Ich habe nicht gewusst, dass Hitler im Gefängnis einen Liter Bier pro Tag getrunken hat. Ich habe auch nicht gemerkt, dass Bier ein wichtiger Teil für die Verbreitung von Nazi Ideen war. Biertrinken ist ein groß Teil von deutscher Kultur und es ist interessant zu denken, dass sie wichtig für die Nazis und ihr Programm war. Sie hatten so viele Dinge ruiniert und es ist traurig, dass sie auch Biertrinken verunreinigt hatten.

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  3. Ich finde dein Projekt sehr interessant. Ich habe nicht gewusst, dass es ein bestimmtes 1%-Bier für Hitler gab. Und auch klingt ein Alkoholverbot in Deutschland wirklich komisch, denn Bier war (und noch ist) eine Notwendigkeit für die Deutsche. Ich habe auch eine Frage - im Zoes Projekt habe ich gelesen, dass viele Kneipen während des Kriegs geschlossen wurden, also wo kaufte man Bier im Krieg?

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  4. Ich hatte ein ähnliches Thema (Kneipe), und ich war sehr gespannt um ihr Projekte zu lesen, weil ich die Bierkultur in Deutschland sehr interessant finde. Ich weiß, über Bier in Deutschland heute, aber ich wusste nichts über sie während des Zweiten Weltkrieges bis jetzt!

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